30/08/21
Wieder zuhause!
29/08/21
Schloss Eutin
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| Auf der Empore der Schlosskapelle |
28/08/21
Bilder sortieren am Regentag
Heute hat es den ganzen Tag über geregnet, d. h. ein Spaziergang hätte keinen Spaß gemacht. Stattdessen haben wir gelesen und mit dem Sortieren der Fotos von unserer Weltreise weitergemacht. Es hat Spaß gemacht, die Fotos von den Wasserfällen des Iguazu und vom brasilianischen Strand in Florianopolis noch einmal zu betrachten. Und auch die Fotos vom Tango in Uruguay und Argentinien waren nett anzusehen. Schöne Erinnerungen!
Eine kleine Anwendung hatte ich aber doch: Dörte hatte mir eine medizinische Fußpflege verordnet. Für mich war es das erste Mal und ich fand es sehr kitzelig, wenn die Füße mit so einer Art Dremel-Werkzeug bearbeitet werden. Es war aber auszuhalten.
27/08/21
Holzbergturm
Heute früh hatte ich die letzten beiden Anwendungen: Beim Walking habe ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt mit 31 Minuten 56 Sekunden für 7 Runden. Das sind etwa 4 Minuten und 34 Sekunden für eine Runde oder 6,05 km/h. Die Schallgrenze von 6 km/h habe ich also geknackt. Die zweite Anwendung war Hanteltraining mit kleinen Gewichten. Das fiel mir relativ leicht.
Am Nachmittag haben Dörte und ich dann das schöne Wetter ausgenutzt und sind die REHA-Königsdisziplin in Malente angegangen: Die Besteigung des Holzbergturms. Das sind etwa 2 km Anmarsch, wobei am Ende ein 90 Meter hoher Berg bestiegen wird. Von dort sind es dann nochmal 147 Stufen bis zur Plattform, von der man eine herrliche Aussicht hat.
Der Turm ist eine Stahlkonstruktion und federt ein wenig, wenn man darauf herumläuft. Das behagte Dörte gar nicht, denn wackelnde Türme mag sie nicht. Da hilft auch kein Festhalten, denn was soll das schon nützen, wenn der ganze Turm umkippt.
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| Ganz besonders schlimm findet Dörte Treppen, durch die man nach unten sehen kann ... |
26/08/21
Entlassungsgespräch
Heute war der vorletzte Tag mit Anwendungen. Es gab eine Massage, das Ergometertraining und das Training an Geräten. Beim Ergometertraining konnte ich mich auf 105 Watt verbessern - alles ohne dass mein Puls den Trainingspuls von 95 überschreitet.
Daneben gab es das Entlassungsgespräch mit der Ärztin. Ich konnte besprechen, dass ich ab Dienstag mit langsamem Einstieg wieder arbeiten kann. Außerdem werde ich zuhause 2 Monate lang in eine Herzsportgruppe gehen (Dörte hat darauf bestanden). Radfahren darf ich wieder ohne Einschränkungen, solange ich mich nicht zu sehr anstrenge. Ich muss stets in der Lage sein, noch ein Lied singen zu können - auch wenn das niemand hören will. Auch ein Bier bei einer Feier darf ich trinken.
Was mir erst einmal für ca. 8 Wochen verboten bleibt, ist Auto fahren. Solange ich noch Marcumar nehme, soll ich darauf verzichten. Ich versuchte das im Beipackzettel nachzulesen, fand dort aber keine Erklärung dafür. Vielleicht bekomme ich die Gelegenheit, noch einmal nachzufragen.
Dörte ist währenddessen fleißig am Arbeiten und belegt den Fußboden zum Sortieren der Schriftstücke.
Da die Entlassung erst am Montag ist, müssen wir noch das Wochenende über hier in Malente bleiben.
Nachtrag:
Verkehrsmediziner sagen, dass man 3 Monate nach einer Herz-OP mit Brustöffnung ggf. nicht fahrtüchtig sei. Also darf ich ab 21.10.2021 wieder fahren.
25/08/21
Nochmal schneller
24/08/21
Nur noch Sport
23/08/21
8 Runden!
22/08/21
Verwandtenbesuch
21/08/21
Wanderung um den Dieksee
Heute gab es keine Anwendungen und wir hatten daher Zeit für eine Wanderung um den Dieksee. Wir sind diesmal anders herum gelaufen als am letzten Sonntag. Eingekehrt sind wir im Gasthof Kasch in Timmdorf und es hat uns sehr gut geschmeckt. Dörte hatte eine Ofenkartoffel mit Matjes und ich eine Rindsroulade. Der Knaller war aber die Vorspeise, ein Aioli mit Fladenbrot - wirklich köstlich.
Wir hatten gutes Wetter und Dörte hat das für einige Fotos genutzt:
Außerdem hat Dörte eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk für mich gefunden. Ich bin aber noch nicht so sicher, ob mir das gefällt:
Insgesamt war es eine Strecke von ca. 11 Kilometern, Dörtes Schrittzähler zeigte am Ende über 17000 Schritte.
Anmerkungen von Dörte:
Ich wollte ja eigentlich mal wieder ein paar schöne Fotos bei Instagram hochladen, aber irgendwie sind wir hier immer auf dem Land und das ist hier einfach nicht möglich.
Die Survival-Schule ist aber nicht ganz stilecht. Ich habe einen Erste-Hilfe-Container gesehen, ein rudimentäres Tipi und sogar ein Dixiklo!!
20/08/21
Unter 5 Minuten
19/08/21
Wassertreten und Besuch
18/08/21
Walking in the Rain
17/08/21
7 Runden!
16/08/21
Wieder im REHA-Alltag
Heute ist Montag und da geht es gleich mit dem REHA-Alltag los. Das begann um 6:45 Uhr mit dem Anstehen für die Blutprobe - heute musste ich knapp 30 Minuten warten. Da hat es gerade noch mit dem Frühstücken geklappt, bis ich um Punkt 8 Uhr in der Muckibude auftauchen musste. Ich habe dort heute eine neue Übung gelernt: Wand-Kniebeugen. Dazu stellt man sich mit dem Rücken an die Wand, die Beine etwas schräg nach vorn. Und dann etwas in die Knie gehen und wieder hochdrücken. Für mich ist das etwas anstrengend gewesen und das linke Knie hat sich hinterher mit leichten Schmerzen gemeldet.
Um 11 Uhr folgte eine Gymnastik mit dem Thera-Band. Ziemlich passend für Malente, denn Erich Deuser (Masseur der Fußballnationalmannschaft in den 70er-Jahren) hat das Training mit dem Elastikband erfunden.
Außerdem gab es noch 2 Vorträge zu medizinischen Themen, es war also ein ziemlich vollgepackter Tag.
Dörte hatte heute den ganzen Tag über Zoom-Konferenzen, auch jetzt um 19 Uhr noch. Deshalb kann sie heute auch keine Anmerkungen schreiben.
15/08/21
Wanderung, 5-Seenfahrt und Besuch
Für heute hatten sich Kai und Nathalie als Besuch angekündigt und dabei gab es ein kleines Missverständnis: Wir hatten uns vom Mittagessen abgemeldet, die beiden hatten einen Tisch für das Abendessen bestellt.
Wir mussten uns also etwas einfallen lassen: Gegen 10:30 Uhr sind wir am Dieksee längs Richtung Niederkleveez losmarschiert. Das sind ungefähr 4,4 Kilometer, so viel traute ich mir zu.
Im Fährhaus von Niederkleveez haben wir nett zu Mittag gegessen und der ursprüngliche Plan war, mit der 5-Seenfahrt nach Malente zurückzufahren. Ungünstigerweise hält das Boot hier aber nur auf dem Weg Richtung Plön. Kurzentschlossen sind wir noch zwei Kilometer weiter gelaufen bis Timmdorf.
Von dort ging es dann flugs mit dem Ausflugsdampfer zurück nach Malente. Und die letzten 600 Meter vom Anleger zur Klinik den Berg rauf habe ich dann natürlich auch noch geschafft.
Danach war Ausruhen angesagt. Aber wie kann man ausruhen, wenn Werder Bremen so katastrophal spielt ????
Pünktlich um 17 Uhr kamen Kai und Nathalie in ihrem neuen Auto und wir gingen zum Essen an die Diekseepromenade. Diesmal nahm ich das, was mir schon immer ins Auge sprang: Original-Backfisch, Lecker! Das Klönen mit den beiden hat uns sehr gefallen, ebenso wie die pralle Sonne und der Platz direkt am See. Das fühlte sich wie Urlaub an!
Morgen fängt dann die harte REHA-Woche wieder an, gleich um 6:45 Uhr mit der Blutentnahme ...
Anmerkungen von Dörte:
Dass Jan auf der Wanderung nach Niederkleveez doch etwas angestrengt war, kann man aber daran sehen, dass meine diversen Bemühungen, eine Unterhaltung in Gang zu bringen, völlig im Sande verliefen. Dabei hatte ich so unterschiedliche Konversationsangebote wie: macht es gegen das Auftauen des Permafrostbodens Sinn, in Sibirien Bisons anzusiedeln zur Verdichtung des Bodens? oder Gibt es neutrale Quanten, die eine alternative Realität in unserem Universum Wirklichkeit werden lassen können? oder Wusstest Du, dass Höhlenforscher und Raumfahrer Halluzinationen bekommen, wenn sie zu wenig Außenreize erfahren?
Jan war es einfach lieber, nur zu atmen.
14/08/21
Auswärtige Fettpunkte zählen nicht
Hurra, heute ist schon Wochenende! Ganz frei hatte ich nicht, denn um 8 Uhr bekam ich eine Einweisung in die Medizinische Trainingstherapie (man könnte auch Muckibude sagen) und um 8:30 Uhr hatte ich Ergometertraining.
Danach haben Dörte und ich aber Freunde in Dänischenhagen bei Kiel besucht. Das war eine äußerst willkommene Abwechslung zum REHA-Alltag. Als wir ankamen, waren Ingo und seine Familie noch beim Frühstücken. Ideal für Dörte, die natürlich noch nicht gefrühstückt hatte.
Wir konnten wunderbar über alles mögliche klönen, machten einen kleinen Spaziergang, spielten Kartograph (danke, dass Ihr mich habt gewinnen lassen!) und zum Schluss verzehrten wir in einem üppigen Mahl die Reste vom gestrigen Grillabend.
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| Auch Nachtisch war noch da ... |
Anmerkungen von Dörte:
Beachtet mal das Foto und versucht die Fettpunkte zu schätzen: Schwarzwälder Kirschtorte.
13/08/21
Aussichtsturm
Es war aber wohl doch ein wenig anstrengend, denn am Abend hatte ich einen Puls von knapp über 100. Wieder Herzflimmern? Das glaube ich nicht, dafür fühle ich mich zu gut. Wir werden es morgen sehen ...
12/08/21
Visite, Schulungen und eine Massage
11/08/21
6 Runden!
10/08/21
Blutdruck und Puls: Normal!
Heute Nacht ist mein Herz irgendwann wieder in den Sinusrhythmus zurückgesprungen und so ist es heute den ganzen Tag über geblieben. Dementsprechend habe ich mich gut und sicher gefühlt.
Noch vor dem Duschen hat Dörte mir die Haare geschnitten, jetzt sehe ich auch wieder ordentlich aus. Zum Frühstück bin ich dann aber alleine gegangen, Dörte hat es wie in den vergangenen Tagen ausfallen lassen. Dafür habe ich ihr dann einen Milchkaffee mitgebracht.
Die Therapie-Sitzungen waren heute nur wenig anstrengend: Ergometertraining mit 60 Watt, das verursacht nur einen ganz zarten Schweißfilm auf der Haut, und Hockergymnastik, das verursacht nur leichtes Kribbeln in der Rückenmuskulatur.
Dazu gab es noch einen Vortrag zu gesunder Ernährung: Endlich mal jemand, der mir 3,6 Liter Getränke pro Tag erlaubt und mich nicht mit 1,5 Litern verdursten lassen will!
Ich muss für den Rest der Woche jetzt jeden morgen zum EKG, das sah heute gut aus. Ebenso wie die Messergebnisse vom Blutdruck - so soll es sein!
Anmerkungen von Dörte:
Vortrag des Diätassistenten! Das, was Jan davon mitgenommen hat, ist Folgendes:
Gesund sind 0,3 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht, Weizenbier hat die besten Folsäurewerte und man sollte essensmäßig auch etwas für die Seele tun, also mit Chips oder so. Das nennt man selektive Wahrnehmung!
Wahrscheinlich sind die Menschen in Bayern deshalb gesünder: Jeden Tag 3 Liter Weizenbier!
09/08/21
Wieder aus dem Takt
Heute früh ging es los mit Walking. Wir sollten so viele Runden von 460 Metern gehen, wie wir in einer halben Stunde schaffen würden. Bei mir sind es fünf Runden geworden, ich war fast der letzte und trotzdem werte ich das als Erfolg. Es ging nämlich deutlich besser als am Samstag.
Danach gab es einen Vortrag über ein eigentlich wichtiges Thema: Reha-Nachsorge. Leider war der Vortrag unterirdisch und hinterließ mehr Fragen als Antworten. Das gilt sogar für die Webseite nachderreha.de, auf die wir verwiesen wurden. Es ging nicht darum, was in der Nachsorge gemacht werden sollte, sondern wie das jeweilige Programm heißt, welcher RV-Träger das bezahlt und dass wir einen Laufzettel in unseren Unterlagen hätten, den wir ausfüllen und bei der Dokumentationsassistentin einreichen müssten, sonst bekämen wir gar nichts. Toll, wer sagt mir jetzt wie die Grenzfrequenz für mein Herztraining sein soll? Es wäre wohl deutlich sinnvoller gewesen, den Vortrag spezifisch für unterschiedliche Krankheitsbilder durchzuführen.
Nach dem Mittag stand dann Hockergymnastik auf dem Programm. Stattdessen haben wir aber einen Geh-Wettlauf gegen die Uhr in der Sporthalle gemacht. Eine Runde waren 50 Meter, ich war der langsamste von uns vieren und könnte eine Überrundung gerade noch vermeiden. Am Ende waren es 340 Meter in 6 Minuten.
Anschließend bin ich zum regelmäßigen Blutdruckmessen gegangen und bekam komische Werte raus: Blutdruck 82 zu 62 bei Puls 97. Damit habe ich mich natürlich bei der Pflegestation gemeldet, die mich zur Ärztin schickte. Von da ging es 2 Stockwerke tiefer zum EKG, dann wieder zur Ärztin und dann ab ins Bett. Ja, es ist wieder dieses Vorhofflimmern und nach den Messungen heute Abend hält es noch an. Das ist etwas beunruhigend, aber nicht wirklich schlimm. Laut Ärztin ist das vielleicht durch die Anstrengung ausgelöst.
Anmerkungen von Dörte:
Vielleicht sollte Jan den Hauskanal im Fernsehen sehen: Um 21.00 Uhr gibt es nochmal Entspannungsübungen.
08/08/21
Draußen nur Kännchen!
Heute fühlte es sich wie im Urlaub an: Dörte hat ausgeschlafen und das Frühstück ausfallen lassen, ich hatte keinerlei Therapien oder Vorträge. Wir haben die Zeit genutzt, um Joachim und Brigitte zu besuchen, die derzeit in Niendorf an der Ostsee eine Woche Urlaub machen.
Gemeinsam haben wir gut gegessen (das ausgezeichnete Fischrestaurant hatte auch ein Schnitzel Wiener Art für mich) und sind dann an die Ostsee spaziert. Das Spazierengehen fiel mir schwerer als gedacht: Nicht wegen der Luft oder der Anstrengung, sondern auch wegen der Muskulatur in den Beinen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in den letzten Wochen dort so viel Muskelschwund gehabt habe. Aber das lässt sich ja alles wieder schnell auftrainieren.
Zum Schluss sind wir in ein klassisches Strandcafé gegangen und haben uns an Pflaumenkuchen und Getränken gütlich getan. Dort galt natürlich der klassische Satz: "Draußen nur Kännchen!"
Anmerkungen von Dörte:
Über die Anzahl der Fettpunkte von Kuchen mit Schlagsahne wird geschwiegen....
07/08/21
Seepromenade
Heute habe ich nur eine kurze Einführung ins Walking gehabt, allerdings ohne Stöcke. Die sind für Herzoperierte nicht zugelassen, weil bei diesen erst einmal das Brustbein wieder zusammenwachsen muss. 2 Runden a 460 Meter habe ich in ca. einer halben Stunde geschafft. Und war hinterher völlig durchgeschwitzt, weil es auch etwas auf und ab geht. Bis zu Nimwegen-Distanzen ist es noch ein weiter Weg ...
Wir haben uns heute von Beke und Stefan besuchen lassen. Etwas genauer: Wir haben uns mit ihnen an der Seepromenade getroffen, denn besuchen darf man uns nicht, man darf sich nur draußen treffen. So konnten wir gemeinsam zu Mittag essen. Der Rückweg zurück den Berg hinauf zur Klinik war dann anstrengend für mich, aber durchaus schaffbar.
06/08/21
Endlich Hockergymnastik
Heute ging es endlich richtig los mit den Anwendungen: Hockergymnastik und Ergometertraining. Erstaunlicherweise war ich nach beiden Aktivitäten leicht durchgeschwitzt. Das meinte jedenfalls Dörte und es spricht dafür, dass beides wohl eine positive Therapiewirkung hat.
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| Durchgeschwitzt von der Hockergymnastik |
Hockergymnastik ist das gezielte Wippen mit den Zehen und die langsame koordinierte Bewegung der Arme. Klingt wie für 100-jährige und so ist es auch. Das ganze dauert 20 Minuten, dann wird der Therapieplan abgezeichnet und weiter geht's zur nächsten Aktivität.
Beim Ergometertraining verkabelt man sich EKG-mäßig mit dem Fahrrad und dann wird zentral eine Wattzahl für jeden Teilnehmer individuell eingestellt. Bei mir waren es wohl 60 Watt, ein bisschen wenig. Danach durften wir raten, wie hoch unsere Pulsfrequenz sei: Ich tippte auf 95 weil das die Zieltrainingsfrequenz von vorgestern war. Ich lag aber nur bei 82, ganz schön niedrig. Ich bin gespannt, ob sie die Wattzahl noch steigern. Nach 20 Minuten Belastung folgt noch 5 Minuten Ausrollen und dann waren wir fertig.
Außerdem war die wöchentliche Visite: Soweit alles OK, ich habe aber leicht erhöhte Temperatur. Später habe ich noch erfahren, dass der Entzündungswert im Blut in der Probe von heute früh deutlich zurückgegangen ist. Wir fingen schon an, uns ein wenig Sorgen zu machen - die sind jetzt weg.
Am Nachmittag gab es noch einen Einführungsvortrag zur Klinik und zum Ort Malente. Malente ist drei Mal in der Geschichte berühmt geworden: Kaiser Wilhelm war hier bei der Einweihung der Bahnlinie Kiel-Lübeck, weil es der hübscheste Bahnhof an der Strecke ist, hier wurden die Immenhof-Filme gedreht und die deutsche Nationalmannschaft hätte sich lieber hier als in Herzogenaurach vorbereiten sollen. Dann hätte es auch vielleicht wie in den 70er-Jahren mit der Europameisterschaft geklappt. Und schließlich wurden wir noch auf die Rauchmelder hingewiesen - wir sollten deshalb das Anzünden von Kerzen bleiben lassen.
Danach haben Dörte und ich einen Spaziergang gemacht und sind diesmal 200 Meter weiter gekommen als gestern. Aber Fortschritt ist Fortschritt ...
Anmerkungen von Dörte:
Jan hat eine zusätzliche Woche Reha bewilligt bekommen. Voraussetzung dafür ist aber, dass ich mich auch noch eine weitere Woche hier einmiete. Es gilt die Regel, dass Begleitpersonen sich immer nur für den gesamten Rehazeitraum einmieten dürfen und nicht für Teil-Zeiten. Auf meine Frage, was denn passiere, wenn ich früher abreise, kam die Antwort, dass dann auch Jan abreisen müsse. Wenn ich aber für die zusätzliche Woche bezahle und dann abreise - dann darf Jan bleiben.
Wie sinnlos ist das denn???
05/08/21
Und wieder im Sinus
Gegen 16:50 Uhr ist gestern mein Herz wieder auf den Normalrhythmus zurückgesprungen, Die Episode hat also etwa 8 Stunden angehalten - so war es am dritten und fünften Tag nach der OP auch gewesen. Körperlich habe ich von dem Flimmern kaum etwas bemerkt: Neigung zum Schwitzen, ein kurzzeitiges schweres Gefühl im rechten Arm und allgemeine Schwäche. Helfen tun da nur liebevolle Worte, und die bekomme ich von Dörte.
Von dem schnellen und unregelmäßigen Puls bekommt man nur etwas mit, wenn er gemessen wird.
Heute gab es eine Ultraschalluntersuchung und die zeigte einen normalen Befund: Ein kleiner Erguss von restlichem Wundwassser, der nicht punktiert werden muss, und ein minimaler Erguss am Herzen, der bei den Rhythmusstörungen eine Rolle spielen könnte. Beides soll von selbst weggehen. Am Ende wurde ich für fit genug für die Hockergymnastik erklärt, aber die Gruppentherapie war für den Tag leider schon durch. Ich hatte also mehr oder weniger frei,
Den Nachmittag haben Dörte und ich genutzt, um einen ersten Spaziergang zu machen. An den See durften wir noch nicht, weil wir es vielleicht nicht wieder den Berg hoch schaffen würden. Wir sind daher eine Dreiviertelrunde um das Klinikgelände gelaufen, das sind etwa 800 Meter, Wer mich kennt, merkt natürlich sofort, dass es mich wurmte, dass das keine ganze Runde war. Aber am Ende war ich froh, als ich vor dem Kiosk saß und als Belohnung eine zweite Flasche Cola Zero bekam.
Beim Abendessen hat mich dann ein kleiner Schwindelanfall überrascht und Dörte war kurz davor, einen Rollstuhl zu holen, um mich zurück ins Zimmer zu schaffen. Am Ende ging es aber doch per pedes.
Was war das Highlight des Tages? Wieder duschen dürfen. Die Narbe sieht gut aus, alle Fäden sind raus,
Morgen früh steht dann die Hockergymnastik auf dem Programm ...
Anmerkungen von Dörte:
Den Tanzkurs, der am 18.8. beginnen sollte, haben wir jedenfalls erstmal abgesagt. Es ist nicht die Zeit, jetzt einen Jive zu tanzen. Wir haben gleichzeitig aber den Vorschlag gemacht, einen Sonderkurs in Zusammenarbeit mit einem Herzzentrum anzubieten - nur Langsamer Walzer, Rumba und möglicherweise Chachacha. Wir würden auch dafür werben. Das ist doch bestimmt eine Marktlücke!
04/08/21
Vorhofflimmern
Heute gab es mal wieder einen deutlichen Rückschlag: Noch vor dem Frühstück musste ich mich wieder flach hinlegen, bekam Herzrasen und Schweißausbrüche. Außerdem fühlte sich mein rechter Arm schwer an.
03/08/21
Ein ganz schön langer Weg von hier
Für das Belastungs-EKG heute früh wurde ich gelobt: Schon nach so wenigen Tagen nach der OP konnte ich 100 Watt gut halten, ohne dass mein Puls durch die Decke geht. Ich fing nicht mal an zu schwitzen.
Am Nachmittag wurde das dann relativiert: Die Leistungsfähigkeit wird hier gemessen in Watt je kg Körpergewicht bei einem individuell festzulegenden optimalen Trainingspuls. Das wurde heute mit zwei weiteren Neuankömmlingen eingemessen. Damit werden dann die Trainingsgruppen für das Kardiotraning eingeteilt. Meine Güte, ich sollte den niedrigsten Puls einhalten, bekam daher gerade einmal 60 Watt zu treten und wog eindeutig am meisten. Die anderen landeten daher eher bei 1,1 Watt je kg Körpergewicht, ich dagegen bei 0,5 Watt je kg Körpergewicht. Für richtig schnelles Wandern und anständige Radtouren muss ich wieder in Richtung 2,0 kommen. Das ist irgendwie doch ganz schön viel mehr als die angesprochene Leistungssteigerung um 20% .
Naja, man kann ja auch durch Reduktion des Körpergewichts etwas gewinnen. Bereits am frühen Morgen bekamen bei der Einweisung der neuen Patienten nur die Dicken eine Anleitung zur Gewichtsreduktion. Ich natürlich als Erster, wahrscheinlich weil mein BMI am höchsten war.
Dörtes Homeoffice hat über das Patienten-WLAN heute gar nicht funktioniert. Also habe ich meinen Handyvertrag mittels Personal Hotspot zur Verfügung gestellt . Das hat für 30 Minuten gut geklappt, dann wurde der LTE-Zugang bei meinem Smartphone gedrosselt auf 16 Kb/s und es ging nicht mehr. Dabei waren erst 67 MB von 3 GB verbraucht - Mistvertrag. Es half nichts, Dörte ist zum Arbeiten nach Hamburg gefahren. Auf der Rückfahrt wird sie den LTE-Router mitbringen, den wir auf der Weltreise genutzt haben. Das müsste dann eigentlich besser klappen.
Zum Schluss noch das Tagesprogramm:
07:00 Blutentnahme
07:30 Heparinspritze abholen
08:00 Frühstück
08:30 Schulung zu Essenbestellung und Gewichtsreduktion
09:00 Begrüßung durch die Hausdame und Ausgabe der ersten Therapiepläne
09:45 Blutdruck messen
10:05 Belastungs-EKG
11:30 Mittagessen
14:30 Einführung bei den Kardio-Ergometern
15:00 Blutdruck messen
17:30 Abendessen
18:30 eventuell Heparinspritze
19:00 Blutdruck messen
Apropos Blutdruck: Dörte hat den auch mal bei sich gemessen und sollte mal zum Arzt gehen. Ein bisschen hoch scheint er zu sein - oder ist es nur die Sorge um mich?
Ach ja: Außerdem soll man 3 Mal am Tag sein Postfach neben der Rezeption checken, ob da neue Therapiepläne drin liegen. Auch das ist gefühlt eher eine Schikane, damit man sich bewegt. Dafür hätte man auch eine schicke App programmieren können ...
02/08/21
Dem Tod von der Schippe gesprungen
"Da sind Sie ja dem Tod gerade nochmal von der Schippe gesprungen" sagte der Chefarzt bei der ärztlichen Aufnahme in der REHA-Klinik nach dem Studium des Arztbriefes, Dabei fühle ich mich gar nicht so, denn vor 4 Wochen bin ich am Wochenende noch 35 km am Samstag und 18 km am Sonntag gewandert. Ohne jegliche Beschwerden!
Inzwischen hat man ein riesiges Aortenaneurysma entdeckt und es vor 2 Wochen erfolgreich operiert. Wäre das gerissen, hätte ich wohl maximal noch 2 Atemzüge gehabt. Man kann nur dankbar sein, dass es nicht so gekommen ist.
In diesem Blog will ich meine REHA-Erfahrungen festhalten. Auf sanften Druck meiner Töchter, die sich köstlich amüsieren bei dem Gedanken, dass ihr Papa jetzt Acrylmalerei oder Ähnliches lernen soll. Dabei ist das hier harte körperliche Arbeit, denn ich fühle mich schlapp wie schon lange nicht mehr.
Zum Glück hat Dörte sich mit eingemietet und unterstützt mich. Das hat sich schon heute als äußerst hilfreich erwiesen: Wäre sie nicht schon - wie geplant - um 9:00 angereist gewesen, hätte das Albertinen-Krankenhaus in Hamburg mich aus Vorsicht noch 2 Tage länger behalten. Eine Blutkontrolle kann man aber auch hier in Bad Malente durchführen!
Hier mal die Übersicht über das heutige Programm:
13:00 Ankunft, Corona-Schnelltest
14:00 pflegerische Aufnahme
14:30 ärztliche Aufnahme
15:00 EKG
16:00 Termin beim Chefarzt
18:00 Abendessen
18:30 Medikamentenausgabe und Heparinspritze
19:00 Blutdruck messen
Ganz schön viel Lauferei. Und das macht mich derzeit noch fertig, es ist deutlich mehr als 5 Mal den Stationsflur längsspazieren.
Dennoch bin ich Dörte nach dem Abendessen kurz einmal entwischt und konnte mir im Kiosk heimlich eine Flasche Cola Zero kaufen .
Bemerkungen von Dörte:
Das mit dem Einmieten war gar nicht so einfach. Aus "Coronagründen" kann man sich nämlich nicht für eine Woche, sondern nur für den gesamten Rehazeitraum einmieten. Auf meine Frage, ob ich dann aber einige Tage zwischendurch nach Hause fahren und entsprechend Tage verfallen lassen kann, war das kein Problem. Nur gezahlt werden muss für jeden Tag.
Das ist für mich aber notwendig, weil ich von hier aus arbeite und an mindestens einem Tag in der Woche ins Büro fahre. Morgen werde ich mal sehen, was es an Freizeitaktivitäten - wenn Zeit neben der Arbeit ist - für mich hier gibt. Ich halte euch informiert.





















